Im Mozartsaal der Alten Oper in Frankfurt gab es in der Reihe 2x Hören diesmal die Klarinettensonate Nr. 1 von Johannes Brahms zu hören. Wie immer wurde das Werk zunächst einmal vorgetragen – diesmal von Matthias Schorn an der Klarinette und Ariane Haering am Klavier – dann folgte das Werkstattgespräch und schließlich gab es das Werk nochmal zu hören.
Das Werk ist viersätzig, mit vier sehr unterschiedlichen Sätzen. Wie wir gelernt haben, gibt es das Werk nur, weil Brahms den Klarinettisten Richard Mühlfeld kennengelernt hatte, den er scherzhaft Fräulein Klarinette nannte, weil der wohl einen so besonderen Klang aus dem Instrument hervorzaubern konnte. Eigentlich hatte Brahms das Komponieren bereits abgeschlossen. Tatsächlich folgte dann noch ein Spätwerk, darunter allein vier Stücke mit Klarinette.
Schon im ersten Durchgang war das ein sehr schönes Werk. Aber dann folgte das Werkstattgespräch, wie immer wunderbar moderiert von Markus Fein, dem Intendanten der Alten Oper. Er kitzelt einfach immer neue Erkenntnisse, aus dem Werk, den Musikern und dem Komponisten heraus; das ist ganz erstaunlich. Auch diesmal durften wir uns dem Werk Brahms nähern, indem er die Musiker Happy Birthday spielen ließ – zunächst im Original und dann immer näher in der Art, wie Brahms das wohl komponiert hätte.
Für den vierten Satz gab es die Besonderheit, dass man den zugrundeliegenden Tanz stärker herausholen wollte. Und so spielten bei Musiker viel freier und zwischendrin wechselte Matthias Schorn sogar das Instrument spielte Akkordeon, anstelle Klarinette. Sowas erlebt man nur in dieser besonderen Reihe!
Auch diesmal gab es wieder einen Überraschungsgast – leider habe ich mir seinen Namen nicht gemerkt; ein Fotograf. Die Idee war, einem Teil der Musik Fotos zu unterlegen, die sozusagen die Musik charakterisieren. Der Fotograf hat dazu im Wesentlichen einige abstrakte Fotos herausgesucht, da eben auch die Musik nicht beschreibend und greifbar ist. Das war interessant, aber aus meiner Sicht nur mittel gelungen.
Trotzdem war es am Ende toll, das Stück noch einmal zu erleben und eben viele Nuancen anders zu hören. Das macht einfach diese Reihe aus!
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