Im Theatre Royal Drury Lane in London wird The Tempest von Shakespeare aufgeführt. In der Hauptrolle ist Sigourney Weaver zu sehen, die sicher jeder mit der Alien Filmreihe verbindet. Vielleicht hat sich deswegen Regisseur Jamie Lloyd für ein Setting entschieden, dass science-fiction-haft anmutet. Prosperos Insel erinnert stark an eine Mondlandschaft. Auf jeden Fall liefert das starke und beeindruckende Bilder.
Jamie Lloyd ist einer der großen Theater- und Musical-Regiseure und das spürt man bei der Inszenierung auch. Kein Wunder, dass sich Andrew Lloyd Webber für ihn entschieden hat, um wieder Shakespeare in seinem Theater aufzuführen, wo zuletzt 1957 Shakespeare aufgeführt wurde – ebenfalls The Tempest mit John Gielgud als Prospero. Große Schuhe also für Sigourney Weaver, die hiermit ihr Westend-Debüt gab aber schon Jahrzehnte nicht mehr auf der Bühne stand. Leider konnte sie diese nicht ausfüllen.
Sie ist eine große und bedeutende Schauspielerin, ich liebe ihre Filme und schätze noch mehr ihr soziales Engagement! Aber ihre Bühnenpräsenz empfand ich nur als mittelmäßig und der Darbietung der shakespearschen Verse mangelte es an Gewicht. Das war umso bemerkbarer, als die anderen Darsteller genau darin brillierten. Allen voran Mason Alexander Park, der Ariel herausragend verkörperte. Beeindruckend auch seine Flugszenen und seine gesangliche Leistung. Seine Androgynität unterstrich die ätherische Erscheinung noch. Ich konnte ihn schon als EmCee in Cabaret sehen!
Auch alle anderen Darsteller fand ich sehr gut, ganz besonders Forbes Masson als Caliban, den Diener Prosperos. An manchen Stellen war die Darstellung auf der Bühne etwas zu drüber und driftete in das klamaukhafte ab. Aber wer sagt, das man bei Shakespeare nicht auch lachen darf?
Insgesamt eine durchaus sehenswerte Produktion, nur gerade die Hauptrolle hätte ich gern anders besetzt gehabt.
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